WüstentypenDie Enstehung von Küstenwüsten

Es klingt paradox, aber die Küstenwüsten an den Westseiten der Kontinente gehören zu den trockensten Gebieten der Erde, trotz ihrer unmittelbaren Nähe zu den Ozeanen. Warum fällt in diesen Gebieten so wenig Niederschlag?

Sandiger Boden der Wüste Atacama

Die Atacama-Wüste ist ein Beispiel für eine Küstenwüste. Foto: Alper Sevinc/Pixabay CC0 Creative Commons

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Kalte Meeresströmungen vor den Küsten

Die Atacama-Wüste in Chile, die Namib-Wüste an der Westküste Afrikas oder die Sonora-Wüste an der Küste auf der Halbinsel Baja California (Mexiko) haben eines gemeinsam: In der unmittelbaren Nähe dieser Küstenwüsten gibt es kalte Meeresströmungen. Aus den antarktischen Gewässern kommend strömt vor der Pazifikküste Südamerikas der Humboldtstrom und vor der Südwestküste Afrikas der Benguelastrom. Vor der Westküste Nordamerika fließt der aus dem Norden kommende Kalifornienstrom. Diese kalten Meeresströmungen sind die Ursache für die Entstehung der Trockengebiete.


 

Trockenräume

Mehr zum Thema Wüstentypen, deren Entstehung und Unterscheidung finden Sie in unserem Heft:

 


Entstehung von Küstenwüsten

Die von Osten wehenden Passatwinde lenken das Oberflächenwasser vor den Westküsten Amerikas und Afrikas seewärts. Dadurch steigt vor den Küsten kaltes Wasser aus der Tiefe auf. Die kalten Wassermassen führen dazu, dass sich die Luft über dem Meer abkühlt. Die kalten Luftmassen speichern zwar Feuchtigkeit, allerdings deutlich weniger als warme Luftmassen.

Die Luft über der Landfläche ist verhältnismäßig wärmer, aber auch trockener. Die von Osten wehenden Passate lenken nicht nur das Oberflächenwasser seewärts, sie tragen auch diese trockene warme Luft in Richtung Ozean. Die warme Passatluft liegt über den kalten Luftmassen über dem Meer, eine Inversionsschicht bildet sich aus. Das bedeutet, dass sich der normalerweise mit steigender Höhe abnehmende Temperaturverlauf umdreht und die Temperatur mit steigender Höhe zunimmt. Dadurch wird ein Aufsteigen der kalten feuchten Luftmassen, welche bekanntermaßen schwerer sind als warme Luftmassen, verhindert. Als Folge können sich keine Wolken ausbilden, wodurch letztlich kein Niederschlag fällt. Es entsteht lediglich eine Nebeldecke über den küstennahen Ozeanen, die nachts in Richtung Festland zieht. Dieser Nebel löst sich aber mit der Sonne wieder auf. In manchen Gebieten ist seit Jahren kein Niederschlag gefallen – die Entstehung der sogenannten Küstenwüsten.

Beispiel Atacama: die trockenste Wüste der Erde

Ein Beispiel für die Entstehung einer Küstenwüste ist die Atacama-Wüste an der südamerikanischen Westküste. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt in einigen Bereichen im Durchschnitt nur 0,5 Millimeter. An manchen Orten wurde jahrzehntelang kein Regen gemessen. Im Jahresdurchschnitt fällt im Death Valley in den USA 50 Mal mehr Regen als hier. Die Atacama-Wüste liegt zwar keine 30 Kilometer von der Küste entfernt, ist aber die trockenste Wüste der Welt (außerhalb der Polargebiete).

 

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