9. – 10. Schuljahr

Sören-Kristian Berger

Das kleine große Problem

Herkunft, Verbreitung und Folgen des Mikroplastiks im Meer

Jedes Jahr gelangen Millionen Tonnen Plastikmüll ins Meer. Die ökologischen Folgen sind nur schwer vorhersehbar. Vor allem die kleinsten Partikel, die nicht offensichtlich an der Meeresoberfläche schwimmen, bereiten Anlass zur Sorge. Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten Herkunft sowie Verbreitung des Mikroplastiks und zeigen die Auswirkungen auf das marine Ökosystem auf.

Sachanalyse
Nach einer aktuellen repräsentativen Umfrage des Umweltbundesamtes stellt Plastikmüll im Meer in der Wahrnehmung der deutschen Bevölkerung das größte Umweltrisiko dar (vgl. BMUB 2017). Von insgesamt 74% der Befragten wird Plastikmüll im Weltmeer als sehr bedrohlich und von weiteren 23% als eher bedrohlich für den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen genannt. Erst danach folgen die Umweltrisiken „Abholzung der Wälder, „Artensterben oder „Klimawandel.
Plastik ist überall
Plastik ist aus unserem alltäglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Seit Einführung der Kunststoffe in den 1950er-Jahren wurden weltweit insgesamt 8,3 Mrd. t. Plastik produziert. Pro Jahr werden weitere 300 Mio. t Plastik hergestellt (vgl. Statista 2018). Große Mengen dieses Plastiks gelangen aufgrund seiner Beständigkeit, der geringen Recyclingraten, des schlechten Abfallmanagements und der hohen Produktionszahlen in das marine Ökosystem und verbleiben dort. Der Plastikeintrag ins Meer findet dabei über verschiedene Wege statt: Flüsse, atmosphärischer Transport, Müllverschmutzung von Stränden, Schifffahrt, Aquakulturen und andere Fischereiaktivitäten sind hier als Quellen zu nennen (vgl. Lebreton et al. 2017).
Überall im Meer ist Plastik zu finden. Die Menge wird auf rund 150 – 200 Mrd. kg geschätzt. Damit macht Plastik global betrachtet 73% des Mülls im aquatischen Raum aus (vgl. ESKP 2017). Plastik verwittert nur sehr langsam und die jährlichen neuen Einträge sind enorm. Für das marine Leben, aber auch für den Menschen, stellen Plastikpartikel eine große Gefährdung dar. Die genauen ökologischen Folgen sind noch nicht abzusehen (vgl. UFZ 2017).
Was ist Mikroplastik?
Bei Plastik kann – an Land wie im Meer – zwischen Makroplastik (größer als 5 mm) und Mikroplastik (kleiner als 5 mm) unterschieden werden. Mikroplastik wird weiter unterteilt in primäres und sekundäres Mikroplastik:
  • Primäres Mikroplastik wird durch Wind oder Wasser direkt ins Meer geleitet und findet seine Anwendung beispielsweise in kosmetischen Produkten.
  • Sekundäres Mikroplastik entsteht, wenn Makroplastik durch äußere Einflüsse wie Sonneneinstrahlung, Wind, Wellen, Salze oder Bakterien zerkleinert wird oder verwittert. Zusätzlich zur beschriebenen Zerkleinerung von Makroplastik zählt auch der Abrieb von Autoreifen oder Textilien zur Kategorie des sekundären Mikroplastiks.
Makro- und Mikroplastik schaden den marinen Lebewesen auf unterschiedliche Weise. Aus den Medien sind Bilder von mit Plastik gefüllten Mägen der Wale oder in Plastik verfangene Schildkröten bekannt. Mikroplastik ist teilweise mit bloßem Auge nicht zu sehen und lässt sich dementsprechend medial schlechter darstellen. Nichtsdestotrotz geht vor allem aufgrund seiner Größe eine beträchtliche Gefahr vom Mikroplastik für das marine Leben aus.
Auswirkungen auf das marine Ökosystem
Viele marine Lebewesen filtern zur Nahrungsaufnahme Wasser und Sedimente und nehmen dabei Mikroplastik auf. Je nach Größe des Organismus und Größe der verschluckten Teilchen können diese entweder wieder ausgeschieden werden, oder verbleiben teilweise tage- oder wochenlang im Körper und können sogar mechanische Verletzungen herbeiführen. Dabei können die Teilchen Blockaden oder Entzündungen der Verdauungstrakte auslösen und das Hungergefühl unterdrücken. Dies kann wiederum dazu führen, dass die betreffenden Lebewesen keine Nahrung und dadurch keine Energie oder Nährstoffe mehr aufnehmen. In der Folge sind diese...

Weiterlesen im Heft

Vorteile im Abo

Exklusiver Online-Zugriff auf die digitalen Ausgaben der abonnierten Zeitschrift
Print-Ausgabe der abonnierten Zeitschrift bequem nach Hause
Zusatzvorteile für Abonnenten im Online-Shop genießen