8. – 9. Schuljahr

Dorothee Belling

Die Stadt im 21. Jahrhundert?

Ein Planspiel mit Google Street View

Weltweit wachsen die Städte. Im Jahr 2050 werden voraussichtlich zwei Drittel der Weltbevölkerung in Städten leben. Doch wie kann die Stadt der Zukunft aussehen, die verschiedene Funktionen in sich vereint? In einem Planspiel erkunden die Schülerinnen und Schüler mit Google Street View zunächst traditionelle Vorbilder und unterbreiten anschließend einen Vorschlag für die Stadt des 21. Jahrhunderts.

Sachanalyse
Städte üben seit jeher eine Faszination auf den Menschen aus. Diese Faszination spiegeln auch aktuelle Zahlen wider: Während 1950 nur knapp 30% der Weltbevölkerung in Städten lebten, sind es heute bereits 55%. Laut aktueller Prognose der Vereinten Nationen wird der Anteil bis 2050 voraussichtlich auf 68% ansteigen (s. Abb. 1, Tab. ).
Die Gründe für diese Entwicklung sind vielfältig, allen voran können jedoch das Bevölkerungswachstum und die Binnenmigration genannt werden. Viele Menschen ziehen aus den ländlichen Regionen in die städtischen Siedlungen. Vor allem auf junge Menschen wirken Städte mit ihrem großen Arbeitsmarkt und vielfältigen Freizeitmöglichkeiten anziehend. Es wird erwartet, dass zukünftig überall auf der Welt ein Wachstum von Städten stattfindet, vor allem jedoch in Afrika und Asien (s. Abb. 2, Abb. 3 ), was mit dem dortigen raschen Bevölkerungswachstum in Zusammenhang steht.
Stadttypen
Oft werden Städte nach ihrer Größe (Klein-, Mittel- und Großstadt) oder nach ihrer Funktion (z.B. Hafen- oder Industriestadt) unterschieden. Allerdings können Städte auch nach ihren Eigenschaften kategorisiert werden (kulturgenetischer Ansatz). Dies meint, dass Städte eines Teilraums der Erde gemeinsame Eigenschaften haben, durch die sie sich von anderen Städten aller weiteren Teilräume der Erde unterscheiden. In Verbindung mit dem Konzept der Kulturerdteile werden meistens folgende kulturgenetische Stadttypen voneinander abgegrenzt: europäische Stadt, orientalische Stadt, lateinamerikanische Stadt, nordamerikanische Stadt, australische Stadt, subsaharische Stadt und asiatische Stadt (vgl. Panreiter 2013, S. 51f.). Wenngleich die Theorie der kulturgenetischen Stadttypen nicht unumstritten ist, ist sie doch ein plausibler Ansatzpunkt, den unterschiedlichen Aufbau und die verschiedenen Funktionen von Städten weltweit zu erläutern.
Im Zuge des weltweiten Städtewachstums werden neue Städte errichtet, die vielfältige Funktionen, aber auch traditionelle Vorbilder, in sich vereinen. Doch wie könnte eine neue Stadt im 21. Jahrhundert aussehen? Dieser Frage gehen die Schülerinnen und Schüler in einem Planspiel nach.
Didaktische Analyse
Schülerinnen und Schüler erfahren durch Urlaubsreisen oder neue Medien bereits wesentliche Unterschiede von Städten, beispielsweise das klassische „Schachbrettmuster von städtischen Siedlungen in Nordamerika. Der Aufbau und die zukünftige Entwicklung von Städten ist in Anbetracht der zahlreichen globalen Herausforderungen, beispielsweise der demographische Wandel, die zunehmende Verstädterung oder der Klimawandel, ein lebensnahes und aktuelles Thema für die heutige Schülergeneration.
Überall auf der Welt wachsen Städte, doch welche planerischen Entscheidungen stehen dahinter und wie könnte eine zukunftsfähige Stadt aussehen? Das Planspiel zur Stadtentwicklung im 21. Jahrhundert dient dazu, die verschiedenen kulturgenetischen Stadttypen auf der Erde kennenzulernen und unter Abwägung von politischen, sozialen und ökonomischen Aspekten eine reflektierte Entscheidung zu treffen. Damit wird in besonderer Weise die Bewertungs- und Handlungskompetenz gefördert sowie die mediale Kompetenz durch die Nutzung von Google Street View.
Kompetenzen
Die Schülerinnen und Schüler können
Fachwissen
  • den kulturgenetischen Aufbau von Städten beschreiben,
  • verschiedene Stadttypen vergleichen.
Räumliche Orientierung
  • sich mithilfe von digitalen Karten in Städten orientieren,
  • Kartenmateri...

Weiterlesen im Heft

Vorteile im Abo

Exklusiver Online-Zugriff auf die digitalen Ausgaben der abonnierten Zeitschrift
Print-Ausgabe der abonnierten Zeitschrift bequem nach Hause
Zusatzvorteile für Abonnenten im Online-Shop genießen