Plastikmüll im MeerMikroplastik – das kleine große Problem

Jedes Jahr gelangen Millionen Tonnen Plastikmüll ins Meer. Die ökologischen Folgen sind nur schwer vorhersehbar. Vor allem die kleinsten Partikel, die nicht offensichtlich an der Meeresoberfläche schwimmen, stellen eine Gefahr dar. Aber was ist Mikroplastik und wie gelangt es ins Meer?

Schildkröte mit Plastiktüte

Mikroplastik im Meer entsteht zumeist aus großen Plastikteilen, die aber auch von Tieren gefressen werden können. Foto: © Rich Carey/shutterstock.com

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Plastik ist überall

Plastik ist aus unserem alltäglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Seit Einführung der Kunststoffe in den 1950er-Jahren wurden weltweit insgesamt 8,3 Mrd. t. Plastik produziert. Große Mengen dieses Plastiks gelangen ins Meer und verbleiben dort. Gründe hierfür sind seine Beständigkeit, die geringen Recyclingraten, schlechtes Abfallmanagement und hohe Produktionszahlen. Der Plastikeintrag ins Meer findet dabei über verschiedene Wege statt: Flüsse, atmosphärischer Transport, Müllverschmutzung von Stränden, Schifffahrt, Aquakulturen und andere Fischereiaktivitäten sind hier als Quellen zu nennen.

Überall im Meer ist Plastik zu finden. Die Menge wird auf rund 150 – 200 Mrd. kg geschätzt. Plastik verwittert nur sehr langsam und die jährlichen neuen Einträge sind enorm.

Was ist Mikroplastik?

Bei Plastik kann – an Land wie im Meer – zwischen Makroplastik (größer als 5 mm) und Mikroplastik (kleiner als 5 mm) unterschieden werden. Mikroplastik wird weiter unterteilt in primäres und sekundäres Mikroplastik: 

  • Primäres Mikroplastik wird durch Wind oder Wasser direkt ins Meer geleitet. Enthalten ist es beispielsweise in kosmetischen Produkten. 
  • Sekundäres Mikroplastik entsteht, wenn Makroplastik durch äußere Einflüsse wie Sonneneinstrahlung, Wind, Wellen, Salze oder Bakterien zerkleinert wird oder verwittert. Zusätzlich zur beschriebenen Zerkleinerung von Makroplastik zählt auch der Abrieb von Autoreifen oder Textilien zur Kategorie des sekundären Mikroplastiks.

Für das marine Leben, aber auch für den Menschen, stellt das Plastik im Meer eine große Gefährdung dar. Die genauen ökologischen Folgen sind noch nicht abzusehen.

Mikroplastik: Ein Thema für den Geographieunterricht

Plastik ist aufgrund seiner Eigenschaften als Gebrauchsmaterial aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken und nimmt somit auch eine besondere Stellung im Alltag der Schülerinnen und Schüler ein. 

In den Geographieschulbüchern, in denen das Thema „Plastikverschmutzung im Weltmeer“ seit geraumer Zeit Eingang gefunden hat, wird oft nur mit den Plastikstrudeln die Problematik der Makroplastikverschmutzung thematisiert. Gerade jedoch das Mikroplastik ist problematisch, da es zu klein ist, als dass es bei dieser oder einer ähnlichen Aufräumaktion herausgefiltert werden könnte. Zudem findet sich Mikroplastik zumeist am Boden des Meeres oder als Schwebfracht im Wasser. 

Die Verschmutzung der Meere durch Mikroplastik stellt folglich ein aktuelles und ungelöstes Problem dar, dessen Auswirkungen noch lange nicht umfänglich erforscht worden sind. Die große Problemorientierung in Verbindung mit dem Zukunftsbezug für die Schülerinnen und Schüler macht es zu einem wichtigen und interessanten Thema für den Geographieunterricht. 

Material zum Thema

Thematisieren Sie mit Ihren Schülerinnen und Schülern das Problem Mikroplastik im Meer. Lassen Sie Ihre Schülerinnen und Schüler Herkunft, Verbreitung und Folgen des Mikroplastiks im Meer erarbeiten. Alle benötigten Materialien finden Sie im Beitrag „Das kleine große Problem – Herkunft, Verbreitung und Folgen des Mikroplastiks im Meer“ in der Ausgabe „Weltmeer“ von geographie heute.

Zum Beitrag Mikroplastik in der Ausgabe "Weltmeer" von geographie heute

Weiterführende Informationen

Der Plastikatlas der Heinrich-Böll-Stiftung

Der Plastikatlas bietet Daten, Grafiken und Informationen rund um das Thema Plastik. Er zeigt die Geschichte des Plastiks auf und thematisiert, wie wichtig Kunststoff für unsere heutige Gesellschaft ist. Aber auch die Folgen des übermäßigen Plastikkonsums und die Gefahren des Plastiks werden nicht verschwiegen. 

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