LichtverschmutzungWie hell ist es in der Nacht?

Straßenlaternen, Werbeschilder oder Beleuchtung von Industrieanlagen: Der Einsatz von künstlichem Licht hat in den letzten Jahrzehnten zugenommen. Vor allem in Städten ist es in der Nacht nie wirklich dunkel. Wie sich die nächtliche Beleuchtung seit 1992 verändert hat, lässt sich mithilfe der Webanwendung Radiance Light Trends vom Geoforschungszentrum in Potsdam analysieren.

Straßenlaterne im Dunkeln

Straßenlaternen erhellen die Nacht. Foto: Kosti Keistinen Pixabay/CC0 Creative Commons

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Satellitenbild der Erde bei Nacht

Die Satellitenaufnahme der Erde bei Nacht zeigt deutlich die Ballungsräume. Foto: NASA/NOAA

Die Lichtverschmutzung nimmt weltweit immer mehr zu. Vor allem in Ballungsräumen wird es nachts nicht mehr richtig dunkel. Nicht nur der Blick auf die Milchstraße ist durch die ständige Beleuchtung eingeschränkt, sie hat auch Auswirkungen auf viele Pflanzen- und Tierarten. Beispielsweise verlieren Zugvögel und nachtaktive Insekten aufgrund der künstlichen Beleuchtung die Orientierung. Zudem verbrennen Insekten an den Lichtquellen. Schätzungen zufolge verenden in Deutschland in einem Sommer rund 60 Milliarden Insekten an Straßenlaternen. Aber auch der Mensch ist von der Lichtverschmutzung betroffen: Der Schlaf kann durch die künstliche Beleuchtung gestört sein, ebenso kann diese den Hormonhaushalt durcheinanderbringen.

Wandel der Lichtverschmutzung im Laufe der Zeit

Die Webanwendung Radiance Light Trends ermöglicht es, schnell und einfach eine Region oder einen Standort auszuwählen und die dort seit 1992 von Satelliten beobachteten Entwicklungen der nächtlichen Lichtemissionen zu analysieren. Die Satellitenbilder bei Nacht sind an sich schon beeindruckend. Im Geographieunterricht können diese genutzt werden, um beispielsweise die Ausbreitung von Städten in einem gewählten Zeitraum anhand der zunehmenden Beleuchtung nachzuvollziehen. An den Satellitenbildern lässt sich sehr gut erkennen, welche Gebiete der Erdoberfläche vom Menschen am stärksten besiedelt sind bzw. genutzt werden. Zudem kann man für jeden Standort und jede Region der Welt die Entwicklung der Lichtverschmutzung berechnen lassen und dadurch ermitteln, ob es auch in der Heimatstadt heller geworden ist.

Die Webanwendung wird vom Deutschen Geoforschungszentrum GFZ in Potsdam bereitgestellt. Der Anwendung liegen Daten von zwei Satellitensystemen zugrunde, die in den letzten Jahrzehnten von verschiedenen Regierungsbehörden der USA betrieben wurden. Für die Anzeige der Satellitendaten bei Radiance Light Trends stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung: Man kann zum Beispiel eine farbkodierte Projektion der Lichtmesswerte mit Jahres- oder Monatsdaten erstellen. Es ist ebenso möglich, einen Rahmen um ein Gebiet von Interesse zu zeichnen, um eine Zeitreihe mit Lichtdaten für mehrere Jahre auf monatlicher Basis zu erhalten. Die Daten können problemlos in verschiedenen Formaten exportiert werden und dann beispielsweise von den Schülerinnen und Schüler höherer Jahrgangsstufen ausgewertet werden. 

Zur Webanwendung Radiance Light Trends

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