Flucht weltweitAus welchen Ländern fliehen die Menschen und wohin?

Ende 2017 waren laut UN-Flüchtlingshilfswerk weltweit 68,5 Millionen Menschen auf der Flucht – so viele wie nie zuvor. Aus welchen Ländern fliehen die Menschen und wohin?

Flucht weltweit Foto: © Aktion Deutschland Hilft

Die Karte zeigt die zehn Hauptherkunftsländer und die zehn Hauptaufnahmeländer von Flüchtlingen weltweit. Foto: © Aktion Deutschland Hilft

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Innerhalb von zehn Jahren stieg die Zahl der Menschen, die sich auf der Flucht befinden, von 37,5 Millionen auf 68,5 Millionen im Jahr 2017. Von den 68,5 Millionen Menschen sind 24,5 Millionen Flüchtlinge, also Menschen, die ihr Heimatland verlassen mussten. 40 Millionen Menschen sind im eigenen Land auf der Flucht, somit Binnenflüchtlinge und 3,1 Millionen Menschen Asylbewerber, deren Antrag noch nicht entschieden wurde. 52% der Flüchtlinge sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.

Fluchtursachen

Völkerrechtlich gesehen sind Flüchtlinge Menschen, die sich aus begründeter Furcht vor Verfolgung wegen ihrer Rasse, Nationalität, Religion, Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe oder politischer Überzeugung außerhalb des Landes befinden, dessen Staatsangehörigkeit sie haben. Allerdings sind die Ursachen für Flucht weitaus vielfältiger: Menschen verlassen ihre Heimat vor allem aufgrund von Kriegen und Konflikten. Aber auch Naturkatastrophen oder die Zerstörung der Lebensgrundlage und damit einhergehend ein Mangel an Nahrungsmitteln sind Fluchtursachen. Im Zuge der globalen Erwärmung kann es zudem zu Dürren, Hochwasser, einem Anstieg des Meeresspiegels, zur Überflutung von Küstengebieten sowie Inseln, zur Erosion und zum Verlust der Böden kommen. Menschen wären dadurch gezwungen, ihre Heimat aufgrund dieser Umweltzerstörungen zu verlassen. Weltweite Wanderungsbewegungen könnten die Folge sein.

Woher kommen die Flüchtlinge und wer nimmt sie auf?

Die Infografik „Flucht weltweit“ von Aktion Deutschland hilft zeigt die zehn Hauptherkunftsländer und die zehn Hauptaufnahmeländer von Flüchtlingen. Ende 2017 stammten mehr als die Hälfte der Flüchtlinge aus nur drei Ländern: Syrien, Afghanistan und dem Südsudan.

Wie viele Menschen aus den zehn Hauptherkunftsländern im Jahr 2017 gefohen sind, zeigt die nachfolgende Tabelle (vgl. UNHCR). 

 

Herkunftsland

Flüchtlinge (in Mio.)

Syrien

6,3

Afghanistan

2,6

Südsudan

2,4

Myanmar

1,2

Somalia

0,98

Sudan

0,69

DR Kongo

0,62

Zentralafrikanische Republik

0,55

Eritrea

0,49

Burundi

0,44

 

85 % der Flüchtlinge werden in Entwicklungsländern in Asien und Afrika aufgenommen, zum Beispiel in Uganda, Sudan, Äthiopien und Bangladesch. In absoluten Zahlen nimmt die Türkei weltweit die meisten Flüchtlinge auf, hauptsächlich aus Syrien. In Pakistan lebende Flüchtlinge kommen überwiegend aus dem Nachbarland Afghanistan. Uganda steht an dritter Stelle der Hauptaufnahmeländer. Das Land nimmt in Afrika am meisten Flüchtlinge auf. Sie kommen hauptsächlich aus dem Südsudan, der DR Kongo und Ruanda.

Das einzige westliche Industrieland unter den zehn Hauptaufnahmeländern ist Deutschland. Die 970.400 Flüchtlinge kommen überwiegend aus Syrien, dem Irak, Afghanistan, Eritrea und dem Iran.

Die zehn Hauptaufnahmeländer von Flüchtlingen weltweit im Jahr 2017 mit absoluten Zahlen zeigt die Tabelle (vgl. UNHCR). 

 

Aufnahmeland

Flüchtlinge (in Mio.)

Türkei

3,5

Pakistan

1,4

Uganda

1,4

Libanon

0,99

Iran

0,98

Deutschland

0,97

Bangladesch

0,93

Sudan

0,91

Äthiopien

0,89

Jordanien

0,69

 

Weitere Informationen 

Aktion Deutschland hilft: Flüchtlinge

Zahlen & Daten: Weltflüchtlingszahlen 2017 des UNHCR (englischsprachig)

Weitere Beiträge zum Thema finden Sie in der Ausgabe "Migration"

Zur Ausgabe "Migration"

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