DidaktikTopographie - was ist das?

Wo liegt eigentlich Stettin? Wie heißt die Hauptstadt von Tansania? Und welcher Fluss fließt nochmal durch München? Geographie ist in den Augen vieler gleichzusetzen mit Topographie. Werden doch im Geographieunterricht auf stummen Karten Flüsse verortet, Bundesländer oder Gebirge benannt. Doch Geographie ist nicht gleich Topographie, aber die Geographie kann auch nicht ohne die Topographie, ist sich im Raum zu orientieren doch eine Kompetenz, die primär im Geographieunterricht gefördert wird.

Kompass auf Karte

Topographie: Im Geographieunterricht wird darunter die Lage einzelner Elemente von Erdräumen verstanden. Foto: PDPics/Pixabay CC0 Creative Commons

|

Ein fachdidaktischer Dauerbrenner

Wer in der Öffentlichkeit seine geographische Profession erkennen lässt, wird allzu oft als der "Fachmann" zur Beantwortung der Frage "Wo liegt denn eigentlich...?" angesehen. Auch zu Beginn des 21. Jahrhunderts gibt es noch immer Auffassungen, die die Befähigung zur lokalisierung von Städten, Ländern, Flüssen dem klassischen Bildungsbeitrag der Geographie und des Geographieunterrichts zuordnen. Andererseits existieren Meinungen, die ein diesbezügliches Bildungspotenzial kategorisch verneinen. 

Topographie - was ist das?

Mit dem Begriff Topographie (gr. topos = der Ort) werden im Allgemeinen zwei verschiedene Sachverhalte bezeichnet; zum einen

  • die Gesamtheit der Ausstattung eines Erdraumes, wie er durch die Methode der topographischen Geländeaufnahme erfasst und zum Beispiel in topographischen Karten wiedergegeben wird; 

zum anderen

  • die Beschreibung der Lage einzelner Elemente von Erdräumen.
  • Im Geographieunterricht wird Topographie im letzteren Sinne verstanden. 

 

Weiter zu 'Geographiedidaktik in Übersichten'

Dieses Fachbuch dient als Erinnerungsstütze und Nachschlagewerk zu wesentlichen Themen des Geographieunterrichts - für für junge und ältere Lehrkräfte:


Geographiedidaktik in Übersichten

Perfekt vorbereitet für den Geographieunterricht

 


    Räumliche Orientierung als Kompetenz

    Obwohl der Begriff Topographie im Geographieunterricht im Sinne der Lagekenntnis und -merkmale bzw. des Auffindens und Beschreibens von geographischen Objekten (zum Beispiel Länder, Städte, Gebirge) besetzt ist, sollen Schülerinnen und Schüler nicht nur ein dementsprechendes Basiswissen erwerben.

    In der aktuellen Diskussion zur Weiterentwicklung des Unterrichts wird deshalb - wie in den Bildungsstandards verankert - die räumliche Orientierung in den Mittelpunkt gestellt. Sie umfasst Kenntnisse zu

    • Namen und Lage geographischer Objekte; Orientierungsraster und Ordnungssysteme wie Klima- und Landschaftszonen

    sowie Fähigkeiten

    • der Lagebeschreibung und des Erkennens von Lagebeziehungen;
    • des Umgangs mit Karten bzw. der Nutzung kartographischer Darstellungen zur Informationsgewinnung;
    • sich im Gelände orientieren zu können;
    • die Subjektivität von Raumwahrnehmung und -darstellung zu erkennen.

    Auswahl topographischer Begriffe - topographischer Raster

    Zu den derzeit noch immer ungelösten Problemen gehört die kriteriengeleitete Auswahl geographischer Objekte, die im Sinne der räumlichen Orientierung im Unterricht behandelt werden sollen. Das Quantitätsproblem kann abgeschwächt werden, wenn eine Teilmenge ausgewählt wird und somit ein topographisches Raster entsteht. Es sollte solche Objekte enthalten, mit deren Hilfe sich andere relativ leicht einordnen lassen. Dazu zählen sowohl physisch- als auch humangeographische Gegebenheiten, die - als "Karte im Kopf", als "mental map" abgebildet - räumliche Vorstellungen erleichtern. Ein solcher Mindestbestand an topographischen Begriffen kann für verschiedene Maßstabsebenen (global, regional, lokal) aufgebaut werden.  

    Fachnewsletter geographie heute

    Exklusive Goodies  Unterrichtskonzepte
    Neues vom Fach  Jederzeit kostenlos kündbar