MethodikConcept Maps im Geographieunterricht?

Komplexe Sachverhalte angemessen zu visualisieren, ist im Unterricht häufig schwierig. Oft stellt sich die Frage nach dem „Wie“? Hinlänglich bekannt ist die Nutzung von Mindmaps im Unterricht, doch oft reicht diese Art von Darstellung nicht aus, um Komplexität und Zusammenhänge zu veranschaulichen. Um diesem Problem zu begegnen, bieten sich Concept Maps an, die wirkungsvoll in Lehr-Lernprozessen eingesetzt werden können.

Beispiel für eine Concept Map

Concept Map zum demographischen Wandel. Foto: © Friedrich Verlag, Entwurf: Dorothee Belling

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Was ist eine Concept Map?

Concept Maps präsentieren, ähnlich wie Mindmaps, Wissen in Form von Netzwerken. Sie zeichnen sich jedoch dadurch aus, dass mithilfe von Verben, Adjektiven und Konjunktionen die Beziehungen der einzelnen Begriffe näher definiert werden. Daher werden unter Concept Maps zweidimensionale Strukturdarstellungen verstanden, die aus Konzepten und Relationen bestehen. 

Konzepte werden häufig in Form von Rechtecken dargestellt und bezeichnen Begriffe und Objekte. Relationen hingegen sind zum Beispiel Verben, Adjektive oder Konjunktionen, die grafisch als Pfeile oder Striche abgebildet werden. Die Verbindung von zwei Konzepten und einer Relation stellt eine sogenannte Proposition dar. Propositionen entsprechen Sinneinheiten, die sich auf ihren Wahrheitsgehalt hin überprüfen lassen. Der Aufbau von Concept Maps kann systemisch, hierarchisch oder zyklisch sein und sollte immer auf eine Kernfrage gerichtet sein (vgl. Fürstenau 2011, S. 46). 

Der große Vorteil einer Concept Map ist, dass Informationen, die zusammengehören, durch benachbarte Konzepte auch als solche deutlich werden. Zudem sind sie durch die eingesetzten Relationen genauer und grundsätzlich auch flexibler. Weiterhin spricht für den unterrichtlichen Einsatz von Concept Maps, dass sie mit der inneren Repräsentation der Schülerinnen und Schüler übereinstimmen. Sie enthalten bildhafte und verbale Informationen und begünstigen so das Lernen. 

Zudem wird bestehendes Wissen mit neuen Informationen vernetzt, sodass eine Brücke zwischen neuem und vorhandenem Wissen geschlagen werden kann. Diese Vernetzung von altem und neuem Wissen ist im Sinne des konstruktivistischen Lernens sehr wertvoll, denn Lernen ist ein aktiver Prozess. Doch was ist zu beachten, wenn Concept Maps im Unterricht verwendet werden sollen?

Wie können Concept Maps im Unterricht verwendet werden? 

Vor Einsatz der Concept Map ist im Hinblick auf die Fragestellung zu entscheiden, ob die Lernenden eigenständig eine Concept Map entwerfen, eine Lücken-Concept Map ergänzen oder eine fehlerhafte Map korrigieren sollen (vgl. Stadelhofer 2006, S. 176). Vor allem für komplexe Themen hat es sich als vorteilhaft erwiesen, bereits eine Vorstrukturierung vorzunehmen, um die „Angst vor dem weißen Blatt“ oder einer Überforderung der Schülerinnen und Schüler entgegenzuwirken. Aber auch Vorgaben für die zu benutzenden Relationen und Konzepte können die Schülerinnen und Schüler unterstützen. 

Wichtig ist, dass der Umgang mit Concept Maps trainiert wird, denn diese neue Methode ist ohne vorangehende Erläuterungen und Übungen nur schwer umzusetzen. Als besonders wirksam hat sich erwiesen, den Lernenden Zeit für kurze Diskussionsphasen zu geben, bevor sie eine Concept Map gestalten. Die Schülerinnen und Schüler erhalten so die Möglichkeit, ihre Ergebnisse zu vergleichen und können sicherer an die Gestaltung herangehen. Die Nutzung von verschiedenen Farben steigert zudem das Verständnis von Zusammenhängen. 

Insgesamt bieten Concept Maps viele Möglichkeiten, um Informationen vernetzt darzustellen. Durch die verschiedenen Strukturierungsmöglichkeiten können, insbesondere für hetero­gene Schülergruppen, differenzierte Möglichkeiten genutzt werden, um Concept Maps individuell und flexibel herzustellen.

Literatur und Internetquellen

Fürstenau, B. (2011): Concept Maps im Lehr-Lern-Kontext
Hardy, I. und Stadelhofer, B. (2006): Concept Maps wirkungsvoll als Strukturierungshilfen einsetzen. Welche Rolle spielt die Selbstkonstruktion? In: Zeitschrift für pädagogische Psychologie, 20 (3), S. 175 – 187
 

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