Landwirtschaft in SüdostasienPangasius und Garnelen - Aquakultur im Mekongdelta

Das Mekongbecken ist einer der dynamischsten Wirtschaftsräume Südost­asiens. Auf sechs Länderterritorien sind die wichtigsten Nutzungs­arten tropischer Flussbecken mitei­nander verflochten. Beispielsweise wird im Mekongdelta in Vietnam Fisch in Aquakulturen gezüchtet. Die damit einhergehenden Vor- und Nachteile erarbeiten die Schülerinnen und Schüler mit einem Arbeitsblatt, das kostenlos zum Download zur Verfügung steht - in deutscher und englischer Sprache.

Fischbecken in Vietnam

Im Mekongdelta in Vietnam wird zum Beispiel Pangasius in Aquakultur gezüchtet. Foto:© Bosstiaan/Shutterstock.com

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Wirtschaftliche Nutzung des Mekongbeckens

Wie viele andere große Flussbecken ist das etwa 800.000 Quadratkilometer große und von 80 Millionen Menschen bewohnte Mekongbecken ein wichtiger Wirtschafts- und Siedlungsraum. Der in China Lancang genannte Fluss entspringt auf 5.200 Meter im weitgehend ungenutzten Hochland von Tibet. In den Gebirgsregionen von Yunnan (China) und Laos wird durch Wasserkraftwerke Strom gewonnen. Die wichtigsten Touristenzentren im Mekongbecken sind Luang Prabang in Laos sowie Angkor und Phnom Penh in Kambodscha.

Aquakulturen: Vor- und Nachteile im Mekongdelta in Vietnam

Im Mekongdelta boomen, wie überall in Vietnam, die Aquakulturen. Das Land ist in den letzten Jahrzehnten zum weltweit viertgrößten Exporteur von Aquakulturprodukten geworden. Im Delta hat sich die dafür genutzte Fläche zwischen 1995 und 2009 mehr als verdoppelt, da viele Reisbauern auf Fischzucht umgestiegen sind. Während im Norden des Deltas 5 % der Fläche dafür genutzt wird, sind es im Süden über 35 %. 

Das wichtigste Produkt ist der Süßwasserfisch Pangasius. Dieser wird nach Thailand, Japan sowie in die EU und USA exportiert. Der Pangasius wird in etwa 0,4  Hektar großen Becken, die mit den Armen des Mekong verbunden sind, oder in Käfigen im Fluss gezüchtet. Die Aquakultur hat Vor- und Nachteile: Sie hat durch die Überfischung der Meere bei gleichzeitiger steigender Nachfrage an Bedeutung gewonnen. Aquakulturen leisten heute einen wichtigen Beitrag zur Welternährung. Der Aufzuchtprozess kann gezielt beeinflusst werden durch Regulierung der Besatzdichte und Fütterung. Aber die durch die hohe Besatzdichte erforderlichen Antibiotika und zur Vermeidung der Eutrophierung der Becken benutzten Chemikalien belasten das Fluss- und Grundwasser sowie die Böden. Im Süden des Deltas trägt die Ausbreitung der Aquakultur außerdem zur Zerstörung von Feucht­gebieten und Abholzung von Mangrovenwäldern bei.

Die Fischzucht unterliegt derzeit mehreren Herausforderungen: Das Bewusstsein der westlichen Abnehmer für die Umweltfolgen steigt. Der dadurch schlechte Ruf des Pangasius führte u. a. dazu, dass die französische Supermarktkette Carrefour seit Januar 2017 den Fisch nicht mehr anbietet. Zudem steigt die Konkurrenz durch die umliegenden Länder, die ihre eigenen Aquakulturen ausbauen. Langfristig muss die Qualität der Produkte durch eine Umstellung auf nachhaltigere Verfahrensweisen gehoben werden.


 

Mehr dazu: Südostasien

Bilder aus Südostasien wecken die Reiselust. Aber auch wenn es auf den ersten Blick so scheint, handelt es sich bei Südostasien nicht um einen homogenen Raum. Mehr zu den differenzierten Strukturen der Region erfahren Sie in dieser Ausgabe.


Südpazifik

geographie heute Nr. 336/2017

 


Aquakultur: Ein Thema für den Geographieunterricht?!

Die Beschäftigung mit dem Mekongbecken zeigt beispielhaft die Abhängigkeit der Nutzung tropischer Flussbecken von den klimatischen, topographischen und wirtschaftspolitischen Gegebenheiten. Anknüpfungspunkte an globalwirtschaftliche­ Themen wie Ernährungssicherheit können geschaffen werden. Wissen über die ökologischen Auswirkungen von Aquakulturen, deren Produkte unter anderem nach Europa exportiert werden, kann eine kritische Bewertung der eigenen Rolle als Konsument hervorrufen. Die Beschäftigung mit dem Großraum Südostasien bietet zudem faszinierende Einblicke in einen exotischen Teil der Welt, die das Interesse und die Weltoffenheit der Schülerinnen und Schüler stärken.

Einsatz des Arbeitsblattes "Aquakultur: im Mekongdelta"

Zur Eröffnung der Unterrichtseinheit wird eine grobe Weltkarte an der Tafel skizziert und die Frage gestellt, welche Flussbecken durch den Menschen stark genutzt werden. Die Ideen der Schülerinnen und Schüler werden festgehalten. Anschließend werden das Mekongbecken und die wirtschaftliche Nutzung näher betrachtet, bevor auf das Thema Aquakultur, deren Vor- und Nachteile, eingegangen wird.

Die Schülerinnen und Schüler bearbeiten das Arbeitsblatt "Aquakultur im Mekongdelta". Dieses steht kostenlos zum Download zur Verfügung - in deutscher und englischer Sprache. Dadurch eignet es sich auch für einen Einsatz im bilingualen Geographieunterricht. Ihre Ergebnisse präsentieren die Schülerinnen und Schüler anschließend vor der Klasse. Gemeinsam kann diskutiert werden, welche ökologischen Auswirkungen Aquakulturen haben und wie sie umweltfreundlicher gestaltet werden können. 

Arbeitsblatt "Pangasius und Garnelen - Aquakultur im Mekongdelta" zum Download

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