GletscherschmelzeTrinkwassermangel in Bolivien

Weltweit schmelzen Gletscher aufgrund des globalen Temperaturanstiegs – auch die tropischen Gletscher in den Anden. In Bolivien hat dies Auswirkungen auf die Trinkwasserversorgung, denn diese ist in Trockenzeiten abhängig von den Schmelzwassern der Gletscher. Der Podcast "Wasser für Bolivien" aus der Reihe Klimahelden des SWR2 Wissen thematisiert die Folgen der Gletscherschmelze für die Bevölkerung.

La Paz in Bolivien

Die Wasserversorgung der Stadt La Paz ist in Trockenzeiten vom Schmelzwasser der tropischen Gletscher in den Anden abhängig. Foto: Poswiecie/PixabayCC0 Creative Commons

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Die Anden – die längste Gebirgskette der Erde

Die Anden erstrecken sich entlang der Westküste Südamerikas von Venezuela über Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivien, Argentinien bis nach Chile. Sie haben eine Nord-Süd-Ausdehnung von 7.500 Kilometern und sind mit Höhen über 6.000 Meter das höchste Gebirge außerhalb Asiens. Die Anden erstrecken sich von den Tropen bis weit in die Außertropen und sind - oberhalb des Meeresspiegels - die längste Gebirgskette der Erde. 99 Prozent aller tropischen Gletscher befinden sich in den Anden. 71 Prozent  davon liegen in Peru, 20 Prozent in Bolivien, 4 Prozent in Ecuador und 4 Prozent in Kolumbien und Venezuela.

Der Altiplano – wichtiger Siedlungsraum Boliviens  

Im Westen des Landes Bolivien prägen die Anden das Landschaftsbild. Zwischen den zwei großen, parallel verlaufenden Gebirgsketten mit Höhen bis über 6.500 Meter erstreckt sich der Altiplano, das zentrale Hochland Boliviens. Der Altiplano liegt auf Höhen zwischen 3.000 und 4.000 Meter und nimmt eine Fläche von 170.000 km² ein. Die Jahresdurchschnittstemperaturen liegen, je nach Region, zwischen 2 und 10 Grad Celsius. Am Tag steigen die Temperaturen auf 15 bis 20 Grad an, in der Nacht fallen sie bis um den Gefrierpunkt ab. In der Regenzeit von November bis März kommt es oft zu schauerartigen Niederschlägen. In den Monaten April bis August sind die Niederschläge gering, es herrscht Trockenheit. 60 Prozent der rund 11,2 Millionen Einwohner Boliviens leben im Altiplano. La Paz, am Ostrand des Altiplano gelegen, bildet zusammen mit El Alto die höchstgelegene Metropolregion der Welt. Fast zwei Millionen Menschen leben hier.

Trinkwassermangel als Folge der Gletscherschmelze

Aufgrund der hohen saisonalen Schwankungen der Niederschläge sind die Bewohner Boliviens vor allem in der Trockenzeit abhängig vom Schmelzwasser der Gletscher. Das Wasser wird als Trinkwasser genutzt und in der Landwirtschaft sowie für industrielle Zwecke verwendet. Aber der durch die globale Erwärmung bedingte Temperaturanstieg lässt auch die Gletscher in den Anden schmelzen. In den bolivianischen Anden konnte in den letzten Jahren eine Halbierung der Eismassen beobachtet werden. Bis zum Jahr 2050 schrumpfen die Eismassen voraussichtlich noch einmal um die Hälfte.

Der durch den Klimawandel bedingte Temperaturanstieg, die unterschiedliche Niederschlagsverteilung und zunehmende Trockenheit sowie die Gletscherschmelze wirken sich negativ auf die Wasserverfügbarkeit aus – mit ökonomischen, sozialen und ökologischen Folgen. Bolivien versucht, durch den Bau von Reservoiren, die Erneuerung von Leitungen und dem Sparen von Wasser dem Trinkwassermangel entgegenzuwirken. Unabhängig von der Regierung haben die indigenen Bewohner der Hochlandstädte eigene Initiativen gegründet. Sie setzen Wasserprojekte um, um die Versorgung mit Trinkwasser auch in Zukunft aufrechtzuerhalten.

Podcast „Wasser für Bolivien“  

Aufgegriffen wird die dargestellte Thematik in dem Podcast „Wasser für Bolivien“ (27:29 min) von Thomas Kruchem aus der Reihe Klimahelden vom SWR2 Wissen. Thomas Kruchem spricht mit Experten über Folgen der Gletscherschmelze, über Maßnahmen, um die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser zu gewährleisten, und stellt lokale Initiativen vor. Der Beitrag gibt einen umfassenden Überblick über die Situation in Bolivien. Die bolivianischen Anden stehen dabei exemplarisch für Gebirgsregionen weltweit, die von den Folgen der globalen Erwärmung betroffen sind.

Die Audiodatei kann als mp3 heruntergeladen werden. Zudem steht das Manuskript zum Download bereit. 

Zum Podcast „Wasser für Bolivien“ vom SWR2 Wissen

Zur Ausgabe „Globale Erwärmung als Herausforderung“, in der ein Beitrag zur Thematik „La Paz ohne Wasser“ enthalten ist

 

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